Digitalisierung: Wenn die IT über Grenzen geht

Unternehmen haben durch Digitalisierung mehr Schlupflöcher in der IT-Struktur

Die Digitalisierung schreitet fort, und Unternehmen öffnen in diesem Zuge mehr und mehr die eigene Infrastruktur. „Web-Applikationen und APIs öffnen heute Netzwerke zu Partnern, Dienstleistern und Kunden. Mobile Applikationen und Schnittstellen, die komfortabel und benutzerfreundlich sind, bergen allerdings immense Risiken und müssen geschützt werden“, sagt Andreas Schlechter, Geschäftsführer von Telonic. Das Kölner Systemhaus unterstützt in den Bereichen Netzwerk und Security Unternehmen bei der Umsetzung von Digitalisierungsstrategien. „Neben der Ausfallsicherheit gilt es vor allem Daten, Identitäten, Applikationen und Services zu schützen“, so Schlechter weiter. Und die Applikationen sind ein Schwachpunkt, so der aktuelle Data Breach Investigations Report von Verizon. Laut Verizon wurden über 53.000 Vorfälle, dabei 2.216 tatsächliche Datenverluste ausgewertet.

Geld ist wichtiger als Spionage

Bei dem Großteil der Vorfälle geht es schlicht um Geld. Meist wird Ransomware eingesetzt, um kleinere Geldbeträge in großer Masse zu erpressen. Nach einer Atempause in der zweiten Jahreshälfte 2017 nimmt in diesem Jahr eine neue Welle der Erpressersoftware Kurs auf die Weltwirtschaft. „Cyberkriminelle arbeiten mittlerweile mit eigens verschlüsselten Angriffen, um die üblichen Sicherheitseinrichtungen von Netzwerken zu umgehen. Dieser technische Standard wird noch zunehmen und erfordert mehr und mehr eine Überwachung der Netzwerke auf jede ungewöhnliche Aktivität“, so Andreas Schlechter. Bei den Datenverlusten sind neben Großunternehmen vor allem kleine und mittelständische Firmen betroffen: 58 Prozent der Betroffenen sind laut Verizon-Studie KMU. Damit stehen diese Unternehmen vor dem Aus, wenn Datenlücken gemäß der geltenden Datenschutzgrundverordnung geahndet werden.

Hacking und Malware

Aus dem Report von Verizon gehen die maßgeblichen Gefahren hervor: In 17 Prozent der Fälle waren Fehler die Ursache, in 30 Prozent wurde Malware genutzt. 48 Prozent der Sicherheitslücken sind auf gezieltes Hacking zurückzuführen. Social Attacks stehen mit 17 Prozent an vierter Stelle. „Attacken, die den Mitarbeiter eines Unternehmens instrumentalisieren, werden zunehmen. Neben der Software ist daher Aufklärung und verantwortliches Verhalten der Mitarbeiter ebenso entscheidend wie die technische Absicherung“, sagt Andreas Schlechter.

Quelle: Telonic GmbH (Foto: gonin/Fotalia)