Ermüdung 2.0: Deutsche sind oft mit dem Schutz ihrer Privatsphäre im Internet...

Viele Nutzer füttern das Internet leichtfertig mit persönlichen Daten, oftmals nur für einen kleinen Vorteil oder aus Resignation und der Überzeugung, dass es sowieso unmöglich sei, die eigene Privatsphäre online zu schützen. Gleichzeitig kommen ständig neue Datenlecks ans Licht – trotz der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die nun seit fast einem Jahr in Kraft gesetzt ist. Kein Wunder, dass 39 Prozent der Deutschen damit überfordert sind, wie sie ihre online gespeicherten Daten schützen sollen, so das Ergebnis des Global Privacy Report von Kaspersky Lab [1]. Die neue, gefühlte digitale Datenohnmacht – auch Online Privacy Fatigue genannt – erhöht allerdings das Sicherheits- und Datenrisiko. Denn Cyberkriminelle warten nur darauf, durch die Manipulation persönlicher Nutzerdaten Profit zu schlagen.

Laut der Kaspersky-Befragung gibt fast jeder zehnte Teilnehmer der Umfrage (9 Prozent) in Deutschland an, im Internet bereits einmal eigene persönliche Daten oder die von Familienangehörigen gefunden zu haben, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren – ein im internationalen Vergleich (17 Prozent) eher niedriger Wert.

Dennoch können derart frustrierende Erfahrungen zu einer gefühlten Ohnmacht in puncto Datenschutz und Co. führen. Erscheint Widerstand gegen den Missbrauch der eigenen Daten zwecklos, sprechen Wissenschaftler vom „Online Privacy Fatigue“-Phänomen [2]. So haben es in Deutschland bereits 18 Prozent der Befragten aufgegeben, sich über Möglichkeiten zum Schutz ihrer Privatsphäre zu informieren. Weltweit sind es übrigens nur 13 Prozent. Außerdem ignorieren hierzulande 16 Prozent zusätzliche Schutzmechanismen ihrer Browser, wie etwa das Löschen der Liste besuchter Webseiten, den Verzicht auf die automatische Speicherung sensibler Daten oder den Einsatz von Tracking-Blockern.

„Es gibt immer mehr Datenlecks und gleichzeitig wird es immer Komplexer den Überblick über die eigenen persönlichen Daten im Internet zu behalten“, sagt Marina Titova, Consumer Product Manager bei Kaspersky Lab. „Nutzer bekommen so das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. In der Folge werden sie überdrüssig, sich Gedanken über die Wahrung ihrer digitalen Privatsphäre zu machen. Es gibt zwar keinen Königsweg aus dem Dilemma, aber sehr viele Möglichkeiten zur Risikominimierung. Das beginnt mit einfachen Maßnahmen der digitalen Hygiene und reicht bis zum Einsatz fortschrittlicher Lösungen und Technologien. So lässt sich die eigene, digitale Privatsphäre verwalten.“

Empfehlungen von Kaspersky Lab:

  • Den eigenen, digitalen Fußabdruck bestimmen. Dazu alle im Internet genutzten Accounts in einer Liste erfassen und regelmäßig prüfen, ob dort hinterlegte Daten öffentlich zugänglich geworden sind. Eine zweite E-Mail-Adresse einrichten.
  • Spezielle Tools nutzen, die das Surfen im Internet sicherer machen. Sie erlauben eine Browsernutzung im privaten Modus und können den Zugriff von Apps auf Webcam oder Mikrofon verhindern.
  • Verlässliche Sicherheitslösungen installieren

Weitere Informationen zu diesem Thema enthält der Kaspersky Lab Global Privacy Report 2019: https://www.kaspersky.com/blog/privacy-report-2019/

[1] Für den aktuellen Kaspersky Lab Global Privacy Report wurden im Dezember 2018 fast 12.000 Nutzer aus 21 Ländern (darunter mehr als 900 aus Deutschland) zu ihrer Einstellung bezüglich der Wahrung von Privatsphäre im Internet befragt. 93 Prozent davon waren mehrmals täglich online; weitere Ergebnisse des Reports sind hier verfügbar: https://www.kaspersky.com/blog/privacy-report-2019/

[2] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0747563217306817