Google Fuchsia und die Zukunft von Android!

Neuigkeiten rund um Android, Google und neue Betriebssysteme wie z.B. Fuchsia in diesem Fall, sorgen für viel Furore. Die Entwicklung eines Betriebssystems ist immerhin sehr aufwändig. Der Markt ist deshalb auch sehr überschaubar.

Wer heute das Rad neu erfinden will – und das will Google mit Fuchsia zum Teil – muss viele Dinge beachten. Aber fangen wir mal vorne an!

Was ist Google Fuchsia?

Fuchsia ist ein neues Betriebssystem, welches seit 2016 von Google entwickelt wird. Es wird vollständig modular in Schichten aufgebaut sein und soll so einfacheres Anpassen und Updaten möglich machen. Auch die Apps für Fuchsia sollen modular aufgebaut sein und sogar gestreamt werden, sodass nur die wirklich benötigten Teile von Applikationen geladen werden.

Das bedeutet allerdings eine ständige Internetanbindung und Übertragung von Daten an Google. Das Thema Datenschutz dürfte somit auch bei der kommenden Generation von mobilen Geräten weiterhin ein Thema bleiben und vermutlich nochmal extrem Fahrt aufnehmen.

Android hat viele Probleme – und das betrifft Millionen Geräte und Anwender

Android hat seit seinem Erscheinen vermehrt mit Sicherheitsprobleme zu kämpfen. Dies kann einerseits am großen Marktanteil von Android liegen – und damit an der großen Angriffsfläche – oder aber an Designentscheidungen die dafür sorgen, dass viel Unsicherheit herrscht.

Das wohl größte Problem ist die Verteilung von Android auf Geräte vieler Hersteller, von denen jeder Hersteller dem Betriebssystem seinen eigenen Stempel aufdrückt. Das führt dazu, dass selbst mit einem aktuellen Gerät teilweise wochen- oder monatelang auf sicherheitskritische Updates gewartet werden muss.

Teilweise bekommen aktuelle Geräte nach einem Jahr gar keine Updates mehr. Ist ein Gerät älter als zwei Jahre, erhält das Gerät in der Regel gar keine Updates mehr. Die Updateproblematik gibt es bei iOS-Geräten nicht in dieser Form, da es eine Software für die Geräte gibt und einen Hersteller – nämlich Apple.

Was macht Fuchsia anders?

Fuchsia könnte dieses und andere Probleme mit seiner Modularität lösen. Jeder Hersteller kann seine eigene Benutzeroberfläche anbieten und Updates können an den entsprechenden Modulen installiert werden. So muss nicht jedesmal das gesamte Betriebssystem aktualisiert und verändert werden.

Auch die Apps in Fuchsia sollen modular aufgebaut sein und miteinander zu individuellen Vorgängen kombiniert werden. Fuchsia ist zudem das erste Betriebssystem seit langer Zeit, welches nicht auf Linux basiert. Das sorgt auf der anderen Seite dafür, dass die Entwicklung nicht nur kostspielig, sondern sich auch als lang gestaltet.

Ist Google Fuchsia die Zukunft von Android?

Ob Google Fuchsia nun wirklich Android ersetzen oder nur ergänzen wird, ist noch nicht klar. Google hält sich zu dem Thema aktuell sehr bedeckt. Es gibt Spekulationen, dass iOS und Android Applikationen parallel auf dem neuen Betriebssystem laufen könnten. Mit dem Projekt “Flutter“ geht Google einen ersten Schritt in diese Richtung. Flutter zeigt zudem die neuen “Stories”. Diese sollen klassische Apps in Fuchsia ersetzen sollen und modular kombinierbar sein. Der folgende Screenshot zeigt, dass diese aussehen wie „Karten“

Potentiell könnte Fuchsia auf lange Sicht nicht nur Android, sondern auch Googles Desktop-/Tablet-Betriebssystem Chrome OS ersetzen und auf IoT-Geräten funktionieren. Damit würde Google einen Schritt machen zu einem “All-in One” Betriebssystem.

In der Dokumentation zu Fuchsia ist ein Teil noch komplett undokumentiert. Und gerade der ist im Hinblick auf Zukunftstechnologien sehr interessant. “Intelligence” deutet in der Dokumentation darauf hin, dass auch der Google Assistant ein fester Bestandteil des Betriebssystems werden soll. Denkbar ist, dass die KI vorhersagt welche Story als nächstes am wahrscheinlichsten verwendet wird und diese automatisch bereitstellt.

Auch das Modul Ledger ist spannend. Ledger ist ein verteilter Speicher, der den Status einer App über alle Geräte des Nutzers teilt, sodass ein nahtloser Übergang vom Mobilgerät zum Desktop möglich ist. Dies ist ein weiterer Hinweis auf den Bedarf von Fuchsia “always on” zu sein, um wirklich zu funktionieren. Dies wird vermutlich zu zahlreichen Diskussionen führen, da Google natürlich auch mehr Nutzerdaten sammeln kann, da das Betriebssystem voraussichtlich auf eine Onlinefunktion angewiesen sein wird. Ein weiterer Streitpunkt werden die tiefgehende Analysefunktion zum Nutzverhalten sein:

Das Analysieren von Nutzerverhalten auf dem Gerät soll mit Hilfe des Tools Cobalt geschehen. Die Privatheit von Nutzerdaten soll beispielsweise dadurch gewährleistet werden, dass beispielsweise der verwendete Speicher nur alle fünf Minuten erfasst wird. Ob und inwiefern dies tatsächlich umgesetzt wird, wird der erste offizielle Release von Fuchsia zeigen.

Wie steht es um Die IT-Sicherheit von Google Fuchsia?

Es bleibt spannend um das von Google entwickelte Betriebssystem. Die Zukunft wird zeigen, ob das System Android das Wasser reichen kann und ablöst. Gerade IT-Sicherheitsthemen, wie zum Beispiel Kryptographie, sind bisher völlig unbekannt.

Das von Google kürzlich Konzept zum Thema Festplattenvollverschlüsselung Adiantum würde zum modularen Ansatz von Fuchsia passen und dem Vorhaben Daten modular auf dem Gerät zu speichern und dennoch komplett zu verschlüsseln. Dies ist jedoch Spekulation und durch keine Quelle bestätigt oder belegbar.