KI als neue Waffe im Arsenal der Cybersecurity-Experten

Längst gibt es Malware, die sich die Vorteile von Cloud und künstlicher Intelligenz (KI) zunutze macht und den Gegner mit einem wahren Sperrfeuer aus Angriffsvektoren überrascht. Jetzt heißt es für Unternehmen mit denselben Waffen zurückzuschlagen. Wäre da nicht der Fachkräftemangel. Die Studie „Cybersecurity Talent: The Big Gap in Cyber Protection“ von Capgemini Consulting (https://www.capgemini.com/consulting-de/resources/cybersecurity-talent/) belegt eine gravierende Lücke zwischen der Nachfrage (68 Prozent) und dem Angebot (43 Prozent) an IT-Sicherheitsexperten. Insgesamt wurden dafür mehr als 1.200 leitende Angestellte sowie rund 8.000 Cybersecurity-Mitarbeiter in sozialen Medien befragt.

Aktuell wird das grundsätzliche Problem qualifizierte Mitarbeiter zu finden durch fehlende Erfahrungen im Umgang mit KI noch verstärkt. Deshalb sollten Unternehmen nicht nur auf dem Arbeitsmarkt Ausschau halten, sondern gezielt in die entsprechende Aus- und Weiterbildung der eigenen Belegschaft investieren. Es lohnt sich zudem intern nach geeigneten Talenten zu suchen: Gerade Menschen mit mathematischem Hintergrund bringen das nötige Geschick in der Mustererkennung mit und eignen sich somit für die Position des Cybersecurity-Experten.

KI macht das Berufsfeld attrativer

Künstliche Intelligenz hilft zukünftig ebenfalls die Belastung in sicherheitsrelevanten Berufen zu reduzieren und damit die Attraktivität der Tätigkeit zu steigern. Anstatt der hoch operativen und mühseligen Auswertung von Sicherheitsvorfällen können sich Sicherheitprofis auf strategische Tätigkeiten konzentrieren und Innovationen vorantreiben. KI-Algorithmen liefern auch Erkenntnisse, nach denen die Experten gar nicht aktiv gesucht haben. Dadurch lassen sich neuartige Angriffe erkennen und Unternehmen erhalten die Möglichkeit, Cyber-Attacken früher als bislang zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten, bevor die internen Daten und Systeme kompromittiert werden. Intelligente Sicherheitslösungen reagieren nicht nur, sie agieren auch. Machine Learning (ML) und kognitive Intelligenz sind dank umfangreicher Datenanalysen besonders effektiv. Sie durchsuchen beispielsweise Websites, soziale Netzwerke, Sub-Reddits und sogar Foren im Darknet und können einordnen, ob es sich dabei um hilfreiche Diskussionen mit Lösungsvorschlägen handelt oder ob Hacker einen Angriff auf das Firmennetzwerk planen.

Informationen zum Autor: Dr. Paul Lokuciejewski verantwortet den Bereich Cybersecurity bei Capgemini Consulting. Im Fokus stehen Themen wie Cybersecurity Strategie, Cyber Risk Management, Blockchain, Agile Cybersecurity oder CxO Awareness. Als promovierter Informatiker kombiniert er dabei technische Expertise mit fachlicher Kompetenz.